
Die Sirtfood-Diät: Wie kann du mit Sirtuinen abnehmen?
Was steckt hinter diesem Ernährungstrend?
Immer wieder tauchen neue Ernährungstrends auf – die Sirtfood-Diät gehört dabei zu den neuesten und viel diskutierten Trends. Die Idee dahinter ist eigentlich relativ simpel: Die Sirtfood-Diät soll es ermöglichen, schnell und gesund Gewicht zu verlieren, indem man bestimmte Lebensmittel isst, die den Körper dazu anregen sollen, Fett zu verbrennen. Dazu gehören unter anderem auch Rotwein und Schokolade, die in moderaten Mengen erlaubt sind. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht, denn Gesundheitsexperten warnen davor, dass diese Diät ihrem Hype nicht gerecht wird und letztendlich nicht die ideale Möglichkeit zum Abnehmen ist.
In unserem Ratgeber erklären wir dir, was die Sirtfood-Diät ist, welche Lebensmittel man bei der Diät essen darf und was ein typischer Sirtfood-Diät-Ernährungsplan beinhaltet.
Inhalt:
- Was ist die Sirtfood-Diät?
- Was genau sind Sirtfoods?
- Die drei Phasen der Sirtfood-Diät
- Was darf man bei der Sirtfood-Diät essen?
- Wie effektiv ist die Sirtfood-Diät?
- Ist die Sirtfood-Diät gesundheitlich bedenklich?
- Ernährungsplan bei der Sirtfood-Diät
- Fazit: Abnehmen mit der Sirtfood-Diät – eine gute Idee?
Was ist die Sirtfood-Diät?
Zwei prominente Ernährungswissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich – Glen Matten und Aidan Goggins – haben die sogenannte Sirtfood-Diät entwickelt. Sie preisen die Diät als revolutionären neuen Ernährungsplan an, bei dem das „Schlankheitsgen“ aktiviert wird. Doch wie funktioniert das?
Die Sirtfood-Diät folgt einem strengen Plan und basiert auf der Forschung zu Sirtuinen (SIRTs), einer Gruppe von sieben Proteinen, die im Körper vorkommen und nachweislich eine Reihe von Funktionen regulieren – darunter Stoffwechsel, Entzündungen und Lebenserwartung.[$1] Bestimmte natürliche Pflanzenstoffe können den Spiegel dieser Proteine im Körper erhöhen. Die Lebensmittel, die solche Stoffe enthalten, werden als „Sirtfoods“ bezeichnet.
Doch nur diese Lebensmittel sind nicht alles: Die Diät kombiniert Sirtfoods mit einer eingeschränkten Kalorienzufuhr. Beides kann den Körper dazu anregen, mehr Sirtuine zu produzieren. Das Buch von Goggins und Matten zur Sirtfood-Diät enthält Ernährungspläne und Rezepte zum Nachkochen, aber es sind auch zahlreiche andere Kochbücher zur Sirtfood-Diät erhältlich.
Was genau sind Sirtfoods?
Die Sirtfood-Diät konzentriert sich auf die Verwendung von bestimmten Obst- und Gemüsesorten, die reich an sekundären Pflanzenstoffen sind, insbesondere an antioxidativ wirkenden Polyphenolen. Der Effekt dieser Lebensmittel soll die Aktivierung der Sirtuine sein, einer Gruppe von Enzymen im Körper, die den Stoffwechsel beschleunigen. Wissenschaftler haben bisher rund 20 pflanzliche Moleküle identifiziert, die diese Wirkung haben sollen, wie beispielsweise Resveratrol, das in Rotwein und dunkler Schokolade vorkommt. Deshalb sind diese Lebensmittel in moderaten Mengen auch während der Sirtfood-Diät erlaubt.[$2]
Die drei Phasen der Sirtfood-Diät
Schauen wir nun mal ganz genau hin. Die Sirtfood-Diät teilt sich in drei Phasen auf:
- In der ersten Phase, die drei Tage dauert, wird die tägliche Kalorienaufnahme auf 1000 Kilokalorien reduziert.
- In der zweiten Phase, die ab dem vierten Tag beginnt, wird die Kalorienzufuhr auf 500 Kalorien erhöht.
- Die dritte Phase ist unbegrenzt lang und dient dazu, das erreichte Gewichtsziel aufrechtzuerhalten. Wie viele Kalorien pro Tag verzehrt werden dürfen, wird nicht nicht konkret vorgeschrieben
In jeder Phase sollen die Diät-Teilnehmenden den für die Sirtfood-Diät typischen grünen Saft (ein Rezept dazu findest du weiter unten im Text) trinken und sich darüber hinaus an die Rezepte aus den Sirtfood-Diät-Büchern halten, die natürlich reich an Sirtuinen sind. Auch nach Abschluss der Diät sollen die Sirtfoods Bestandteil der Ernährung bleiben – wodurch dieser Ernährungstrend eher zu einer Lebensstiländerung führt, als bloß eine temporäre und einmalige Diät zum Abnehmen zu sein.
Was darf man bei der Sirtfood-Diät essen?

Bei der Sirtfood-Diät ist eine Liste von Lebensmitteln erlaubt, die reich an Sirtuin-aktivierenden Nährstoffen sind, wie zum Beispiel Obst, Gemüse, Gewürze und Kräuter. Einige typische Sirtfoods sind:
- Obst: Äpfel, Heidelbeeren, Himbeeren, Zitrusfrüchte
- Gemüse: Brokkoli, Grünkohl, Tomaten, Rucola, Zwiebeln, Sellerie
- Gewürze und Kräuter: Knoblauch, Petersilie, Chili, Kurkuma
- Nüsse: Walnüsse, Cashewkerne
- Pseudogetreide: Quinoa, Buchweizen
Beachte aber: Das ist keine vollständige Liste aller Lebensmittel, die bei der Sirtfood-Diät auf dem Plan stehen. Es gibt noch viele weitere Nahrungsmittel, die diese Wirkstoffe enthalten und den erwünschten Effekt auslösen sollen.
Wie effektiv ist die Sirtfood-Diät?
Bislang gibt es keine überzeugenden Beweise dafür, dass die Sirtfood-Diät eine günstigere Wirkung auf die Gewichtsabnahme hat als andere kalorienreduzierte Diäten. Das Buch „Die Sirtuin-Diät“ berichtet jedoch über die Ergebnisse einer Pilotstudie, die von den Autoren durchgeführt wurde und an der 39 Menschen teilnahmen. Die Resultate dieser Studie scheinen jedoch nirgendwo anders veröffentlicht worden zu sein.
Eine Woche lang hielten sich die Teilnehmer an die Diät und trieben täglich Sport. Am Ende der Woche hatten die Teilnehmer durchschnittlich 3,2 Kilogramm abgenommen und ihre Muskelmasse beibehalten oder sogar zugenommen. Diese Ergebnisse sind jedoch kaum überraschend. Eine Beschränkung der Kalorienzufuhr auf 1.000 Kalorien bei gleichzeitiger sportlicher Betätigung führt fast immer zu einer Gewichtsabnahme. Aber Achtung: Diese Art der schnellen Gewichtsabnahme ist allerdings selten von Dauer.
Hier geben wir euch nochmal einen kleinen Einblick in das, was bei solch einer kalorienreduzierten Diät in euch passiert: Wenn der Körper unter Energiemangel leidet, verbraucht er zusätzlich zur Fett- und Muskelverbrennung seine „Notstromspeicher“, das sogenannte Glykogen. Jedes Glykogenmolekül benötigt drei bis vier Moleküle Wasser, um gespeichert werden zu können. Wenn der Körper Glykogen verbraucht, wird er also auch dieses Wasser los. In der ersten Woche eines extremen Kaloriendefizits resultiert daher nur etwa ein Drittel des Gewichtsverlusts aus Fett, während die anderen zwei Drittel aus Wasser, Muskeln und Glykogen bestehen.[$3],[$4]
Sobald die Kalorienzufuhr erhöht wird, füllt der Körper seine Glykogenspeicher wieder auf und die Kilos kommen schneller zurück, als einem lieb ist. Außerdem kann diese Art des Kaloriendefizits auch dazu führen, dass der Körper seine Stoffwechselrate senkt, so dass er tatsächlich noch weniger Kalorien pro Tag benötigt als zuvor.[$5],[$6] Es ist also wahrscheinlich, dass man mit dieser Diät anfangs ein paar Kilos verliert, aber sie schnell wieder dazugewinnt, sobald man zu seinen ursprünglichen Mahlzeiten zurückkehrt. Daher bleibt am Ende ein großes Fragezeichen, wenn man über die langfristige Effektivität solcher Diätformen nachdenkt.
Ist die Sirtfood-Diät gesundheitlich bedenklich?
Die gute Nachricht hier lautet: Obwohl die erste Phase der Sirtfood-Diät sehr kalorienarm und ernährungsphysiologisch einseitig ist, gibt es angesichts der kurzen Dauer der Diät keine wirklichen Bedenken für einen durchschnittlichen gesunden Erwachsenen. Aber Achtung: Bei Diabetikern kann die Kalorienbeschränkung und das Trinken von Saft in den ersten Tagen der Diät zu gefährlichen Veränderungen des Blutzuckerspiegels führen.[$7] Hier ist also besondere Vorsicht geboten.
Dennoch können auch bei gesunden Menschen Nebenwirkungen auftreten – vor allem starke Hungergefühle. Wenn man nur 1.000 bis 1.500 Kalorien pro Tag zu sich nimmt, fühlt sich fast jeder Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt hungrig. In der ersten Phase der Diät kann es zudem aufgrund der kleinen Mahlzeiten und wenigen Kalorien zu weiteren Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit und Reizbarkeit kommen.
Ernährungsplan bei der Sirtfood-Diät
Ein möglicher Diätplan für die erste Phase der Sirtfood-Diät könnte wie folgt aussehen:
- Frühstück: Ein Sirtfood-Smoothie, z. B. aus Rucola, Grünkohl und Apfel
- Mittagessen: Eine Sirtfood-Hauptmahlzeit, bestehend aus Sirtfood-reichen Lebensmitteln, z. B. ein Quinoa-Salat mit Walnüssen
- Nachmittagssnack: Ein Sirtfood-Smoothie, z. B. mit Cashews und Beeren
- Abendessen: Eine Sirtfood-Mahlzeit, z. B. Lachs mit Wirsing
Wichtiger Bestandteil eines Ernährungsplans nach der Sirtfood-Diät ist der grüne Smoothie – dieses Rezept kannst du z. B. dafür verwenden:
- 75 Gramm Grünkohl
- 30 Gramm Rucola
- 5 g Petersilie
- 2 Stangen Staudensellerie
- 1 cm Ingwer
- Ein halber grüner Apfel
- Eine halbe Zitrone
- Ein halber Teelöffel Matcha-Grüntee
Entsafte alle Zutaten – bis auf das Grünteepulver und die Zitrone – zusammen und fülle sie in ein Glas. Die Zitrone mit der Hand auspressen, dann den Zitronensaft und das Grünteepulver in den Saft rühren.
Fazit: Abnehmen mit der Sirtfood-Diät – eine gute Idee?
Fassen wir mal zusammen: Die Sirtfood-Diät ist eine Ernährungsmethode, die sich auf die Verwendung von Lebensmitteln konzentriert, die reich an Sirtuin-aktivierenden Nährstoffen sind. Befürworter der Diät glauben, dass diese Lebensmittel die Aktivität von Enzymen im Körper erhöhen und dadurch den Stoffwechsel beschleunigen können, was wiederum zu Gewichtsverlust führen kann. Die Diät besteht normalerweise aus drei Phasen, die sich stark auf ein Kaloriendefizit konzentrieren. Obwohl man mit der Sirtfood-Diät auf jeden Fall abnehmen kann (aufgrund der geringeren Kalorienzufuhr), ist ihre Wirkungsweise an sich bisher nicht ausreichend wissenschaftlich bestätigt. Zudem kann eine dauerhafte Kalorienreduktion zu einer unzureichenden Versorgung des Körpers mit Nährstoffen führen.
Wir empfehlen dir daher eher einen andere Herangehensweise: Wenn du langfristig und gesund abnehmen willst, solltest du auf eine ausgewogene und bewusste Ernährung mit ausreichend Protein sowie viel Obst und Gemüse setzen und darüber hinaus versuchen, z. B. Zucker durch alternative Süßungsmittel wie unser CHUNKY FLAVOUR Geschmackspulver zu ersetzten.
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Quellen:
[[QUELLEN-]]https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23043250/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24069505/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27739007/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1615908/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27739007/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26399868/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28031781/[[-QUELLEN]]